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Patenkatze Mathilde

Ich habe zwei Patenkatzis... das eine ist, bzw. war das Thildchen
Ihre Geschichte hatte ich am Anfang nicht mitgekriegt, muss ich zugeben. Ich habe dann auf anderen Wegen, bzw. wegen anderen Geschichten Iwon (ihre Dosine) kennengelernt, und mit ihr auch Mathilde. Was soll ich sagen? Die süsse Maus hat mich vom ersten Augenblick an tief beeindruckt! So unschöne Dinge erlebt im Leben... man müsste meinen sie gräme vor sich hin. Aber sie sprühte pure Lebensfreude aus, hoppelte mit ihren 3 Beinchen durch die Gegend, grinste einem zahnlos an. Ich war einfach hin und weg ab diesem Katzi, dass einfach gemerkt hat "hey, ich hab das grosse Los gezogen" Und so kam's, dass ich Gotti werden durfte von der süssen Zaubermaus Damals hat sie ihre traurige Vorgeschichte - und ihren Weg zu Iwon selber erzählt und Ihr könnt ihn unten nachlesen.

Vor zwei Jahren ist Mathilde dem Tod ziemlich knapp von der Schippe gesprungen. Hat gezeigt, dass es noch nicht Zeit ist zu gehen. Am 17. April 2014 sah es anders aus. Thildchen mochte nicht mehr kämpfen und hat sich entschieden, das Dieseits zu verlassen und über die Regenbogenbrücke zu gehen Was alles passiert ist und viele wunderschöne Foto- und Videoerinerungen findet Ihr im Kamikatze-Blog von Iwon's Zwerglis:
>> Kamikatze-Zwergli-Blog

Liebes, süsses, unglaubliches Thildchen. Ich bin mir sicher, dass du jetzt auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke mit den dir bereits vorausgegangenen anderen Katzis in der Sonne liegst und dir deinen Pelz wärmen lässt, genauso wie du es bei Iwon auf der Terasse stets gemacht hast. Ich weiss nicht, ob du nun auf 4 oder weiterhin auf 3 Beinen durch die Wiesen hoppelst oder rennst. Aber ich bin mir sicher, du schaust mit einem Lächeln und voller Liebe auf unsere Erde zu Iwon hinunter, die dir in den gemeinsamen Jahren ihre bedingungslose Liebe geschenkt hat und dir gezeigt hat, dass Menschen auch einfach nur herzensgut sein können.
Es tut mir weh zu wissen, dass du nicht mehr da bist und du wirst im Kamikatze-Zwergli-Land schmerzlichst vermisst. Alles Liebe du Zaubermaus.


Miao - io sono Mathilde

Die Menschen, die mich gerettet haben, gaben mir den Namen Mathilde. Gerettet wurde ich sogar mehrmals. Mein Leben war nicht immer einfach...

Es begann vor rund zehn Jahren auf den Strassen ei nes Mailänder Vororts. Dort wurde ich geboren. Die meisten Menschen dort mochten uns Strassenkatzen nicht, aber wir schlugen uns so durch. Ich hielt mich von den anderen Katzen meist fern – sie waren mir zu vorlaut, frech und auch gemein. Ich wurde oft von ihnen verhauen und gebissen.

Weil ich die anderen mied, merkte ich vielleicht auch erst relativ spät, dass viele von ihnen sich jeden Abend auf dem Grundstück eines kleinen Hauses versammelten. Irgendwann wurde ich neugierig und schlich mich dazu. Und so sah ich, dass die Frau, die in dem Haus lebte, abends jeweils etwas Milch und Futter für die Katzen rausstellte – ein Strassenkatzenbuffet.

Es blieb meistens genug übrig, so dass die schüchternen unter uns nach dem ersten Andrang auch noch etwas abbekamen. Und manchmal stellte die Frau auch extra für uns Nachzügler nochmals etwas hin. So viel Güte kannte ich zuvor nicht.

Ich war damals ein paar Monate alt. Kannte nichts als Entbehrung, Angst und Not. Doch nun begann eine schöne Zeit: Ich musste nicht mehr hungern, das war viel. Damals wusste ich noch nicht, dass dieses Glück nur kurz währen sollte - dass es meine ersten und letzten schönen Wochen für fast zehn Jahre sein sollten.

Denn eines Tages passierte es: Ich wollte gerade über die Strasse, zum Haus der Frau, essen, ich freute mich - als mich plötzlich Schmerz zerriss. Vor allem mein linkes Vorderbein tat höllisch weh. Dann wurde alles dunkel, warm - ich dachte: Das ist das Ende. Ich weiss nicht, wie lange ich dort am Strassenrand lag. Irgendwann hörte ich eine traurige Stimme, die zu mir sprach, spürte, wie ich angestupst wurde. Dann wurde die Stimme zornig, sagte: Verdammte Raser. Ich wurde hochgehoben und weggetragen. Ich schlief ein.

Als ich kurz zu mir kam, sah ich grelles Licht, Menschen in Weiss gekleidet hantierten aufgeregt, zupften an mir herum. Dann dämmerte ich wieder weg.

Das Nächste, woran ich mich erinnern kann: Ich lag ich auf etwas Weichem, es war warm, das Licht viel freundlicher. Und der Schmerz war dumpfer. Die Frau, die uns immer gefüttert hatte, stand über mich gebeugt und betupfte meinen Körper mit etwas Warmem, Nassem. Ich vertraute ihr.

Einige Zeit später - waren es Minuten, Stunden, Tage? - wollte ich aufstehen. Zunächst begriff ich nicht, was falsch war - doch ich konnte nicht aufstehen, fiel immer wieder hin. Dann realisierte ich, dass mein linkes Vorderbein fehlte - es war nach dem Autounfall nicht mehr zu retten gewesen.

Ich wusste nicht, was nun werden soll. Wie sollte ich da draussen überleben? Mich mit den anderen um Futter streiten? Um ein trockenes Plätzchen, wenns regnet? Doch ich ahnte nicht, dass das vielleicht trotz allem besser gewesen wäre als das, was folgen sollte.

Eines Tages kam die Frau, streichelte mich und sagte: Du wirst nun für immer sicher sein. Dann hob sie mich hoch und trug mich zu einem grossen Kasten aus Holz. Sie öffnete die Türe: Dahinter roch es muffig, es war finster. Als ich genauer hinsah, entdeckte ich andere Katzen, die dort drinnen sassen, die versuchten herauszukommen, doch die Frau stiess sie zurück und setzte mich zu ihnen. Dann schloss sie die Tür. Und unsere nächsten fünf Jahre vergingen in Dunkelheit.

Tage waren wie Nächte, Wochen wie Monate, Jahre wie Minuten: Man verliert jedes Zeitgefühl - nein: überhaupt jedes Gefühl, wenn es immer dunkel ist.

Doch eines Tages brach ein Riesentumult aus: Wir hörten die Frau schimpfen und schreien, andere Stimmen redeten auf sie ein, wir hörten, wie Türen geöffnet und zugeschlagen wurden. Wir im Schrank drückten uns eng aneinander und hatten grosse Angst. Da wurde es plötzlich hell: Jemand hatte die Tür zu unserem Schrank aufgerissen, doch keiner von uns versuchte zu entwischen, wir wussten längst nicht mehr, was schlimmer war: Die Enge im Schrank oder der Lärm da draussen.

Wir wurden alle einzeln in kleine Kisten gesetzt und auf etwas verladen, was die Menschen Lastwagen nennen. Ängstlich schauten wir zueinander: ob alle mitkamen, was mit den andern geschah? Die Frau schrie entsetzlich und weinte - sie tat mir leid. Ich hörte das Wort „Zwangsräumung“. Dann bewegte sich das Metallding und fuhr los. Als ich aus meiner Box schaute, sah ich, wie die arme Frau weinend zusammenbrach. Es war das letzte Mal, dass ich sie sah.

Während wir wegfuhren, wurde das Haus immer kleiner und schliesslich bogen wir um eine Ecke, so dass ich es nicht mehr sehen konnte. Wir wussten nicht, was mit uns geschehen würde.

Schliesslich hielten wir an und wir wurden zu einem Raum getragen, der statt Wänden Gitter hatte. Dort wurden wir alle aus unseren Boxen gelassen und sahen uns etwa 200 anderen Katzen gegenüber.

Am Anfang wurden wir von den Menschen dort gut versorgt. Doch eines Tages kam immer seltener jemand, um nach uns zu schauen. Vor allem die eine liebe Mitarbeiterin, die immer so nett zu mir war, kam immer seltener. Ich weiss nicht, warum.

Und obwohl es hiess, wir seien in einem Tierheim, das uns in ein schönes Zuhause vermittelt, kam nie jemand, der sich für uns interessierte. Hier kam nur raus, wer starb. Und das taten viele. Doch weil immer neue Katzen hinzukamen, wurden wir dennoch immer mehr: Bald waren wir über 300.

Unter den Katzen herrschte das Recht des Stärkeren. Ich lebte in ständiger Angst, wurde wieder verprügelt und gebissen. Nach fast fünf Jahren in dem „Heim“ gab ich mich auf und wollte nur noch sterben: Es gab ja nichts, wofür es sich zu leben lohnte. So frass ich nichts mehr und wartete auf den Tod. Ich wusste nicht, dass zu dieser Zeit der Hilferuf der netten Mitarbeiterin bereits bis in die Schweiz gelangt war, und man dort darum kämpfte, mein Leben zu retten. Dass ich nicht egal war.

Als ich schon nur noch in einer Ecke lag und darauf wartete zu sterben, geschah eines Abends mein Wunder: Plötzlich kam die nette Mitarbeiterin wieder, die ich so lange nicht gesehen hatte. Gerne wäre ich ihr entgegengegangen, um ihr zu zeigen, wie sehr ich mich über das Wiedersehen freute. Doch mir fehlte die Kraft, ich mauzte sie nur schwach an, als sie zu mir kam. Sie lächelte und wischte sich eine Träne aus dem Auge, packte mich in eine Box, die sie mitgebracht hatte, und entschuldigte sich bei den anderen, dass sie nur mich mitnehmen konnte.

Wir fuhren fort und ich wurde wieder in so einen sterilen Raum gebracht. Ich dachte erst: Hoffentlich nehmen sie mir nicht noch ein Bein ab, doch eigentlich war mir schon alles egal. Eine Woche lang blieb ich dort bei der Tierärztin, die sich so lieb um mich kümmerte. Sie päppelte und untersuchte mich, streichelte mich und sprach mir gut zu: Ich solle Mut fassen, ich sei bald zu Hause. Ich wusste nicht, was sie damit meinte, aber es hörte sich so tröstlich an. Ich begann wieder zu fressen und kam zu Kräften.

Dann war die Tierärztin eines Tages sehr traurig. Sie schüttelte den Kopf und meinte: „Arme Mathilde, ich weiss nicht, was jetzt wird.“ Ich hörte nur das Wort „FIV“. Die Tierärtzin streichelte meinen Kopf und ging aus dem Raum. War ich schuld?

Es vergingen weitere Tage in Ungewissheit, meine Hoffnung schwand. Doch dann kam eines Tages Besuch - zwei Frauen, die ich noch nie gesehen hatte, mich aber anschauten, als ginge es um mich. Die eine stand am anderen Ende des Metalltischs, während die Tierärztin mich nochmal untersuchte. Als die Untersuchung abgeschlossen war, hielt die Tierärztin meinen Kopf mit beiden Händen, sah mich an und sagte immer wieder: „Sei fortunissima! Fortunissima!“ Ich sei ein Glückspilz. So hatte ich das noch nie gesehen. Dann strahlte sie die Frau am anderen Ende des Tisches an und sagte: „Grazie - mille grazie!“ Da begriff ich. Ich wand mich aus dem sanften Griff der Tierärztin, die lachen musste, als ich auf meine neue Mamma zuhumpelte. Die wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte, tat darum beides, kuschelte mich und meinte in einer Sprache, die mir noch fremd war: „Nun sind wir bald daheim. Ich kann sie leider nicht alle retten, aber dich schon.“

Zwischen mir und meinem neuen Zuhause in Zürich lagen zwar noch fünf Stunden Autofahrt, die ich mehrheitlich schlafend auf Iwons Schoss verbrachte, während ihre Freundin Esther uns fuhr - doch ich wusste: Nun war ich „zu Hause“.

Mathilde Mathilde

Das war am 22. November 2009. Seither lebe ich mit erst vier, seit neustem nun fünf anderen Katzen in einer grossen Wohnung in Zürich. Anfangs hatte ich Angst vor den anderen Katzen hier - doch inzwischen sind das meine Freunde. Die tun mir nichts, nehmen mir nichts weg, beissen mich nie. Und ich sie auch nicht - mir wurden sowieso alle Zähne gezogen, weil die mir immer so weh taten. Iwon sagt manchmal, ich sei inzwischen ganz schön frech geworden. Dabei lacht sie und freut sich. Ich glaube, das ist gut.

Mathilde Mathilde Mathilde

Ich „lache“ nun auch viel: tobe rum auf meinen drei Beinen, jage Bälle und DaBirds, liege auf der Terrasse in der Sonne, suhle mich auf all den Kissen hier. Spiele mit meinen Schwestern Lucie und Shakti. Das Leben ist nun ohne Sorgen: Warm, weich, sicher und hell.

Mathilde Mathilde Mathilde Mathilde

Wenn ich mich jeweils dankbar an Iwon schmiege, erklärt sie mir immer wieder, dass viele Menschen an meiner Rettung beteiligt waren, Menschen, denen sie sehr sehr dankbar ist. Dass ich nun eine grosse Familie habe, die sich kümmert, die niemals zulassen wird, dass mir nochmal was Böses widerfährt: Mamma und meine Tanten und Onkels.

Und meine Familie wächst weiter: die liebe Cheesy ist ja meine Patentante - und Pooh meine Patenschwester.

Ich habe meine eigene Familie - meine eigene grosse Familie: come si conviene a una Italiana Nach zehn Jahren Einsamkeit und Verlorenheit. Ich bin so dankbar und glücklich. Finalmente: La vita e bella

 

 

 

   

 

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[ Letzter Update dieser Seite: [27. April 2014 ] > alle Updates anzeigen!

 

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